Weshalb Netzneutralität auch in der Schweizer Politik ein Thema sein sollte

In den letzten Tagen schaffte es die Netzneutralität wieder etwas vermehrt in die Medien. Und ich habe entschieden auch darüber zu schreiben. Ganz einfach weil mir die Netzneutralität zu wichtig ist, als über dieses unbequeme Thema zu schweigen.

Noch, so scheint es, haben die Schweizer Politiker dieses Thema nicht für sich entdeckt. Leider. Zu abstrakt scheint es für viele Personen zu sein. Ich behaupte mal, dass nicht 10 Prozent der Schweizer Politiker die Netzneutralität erklären könnten. Deshalb hier eine kleine Erklärung in Form eines Videos.

Auch Blogger Andreas von Gunten hat die Gründe für eine gesetzlich verankerte Netzneutralität auf seiner Seite sehr gut aufbereitet.

Netzneutralität ist der Grund, weshalb das Internet heute so erfolgreich ist. Alle können Texte schreiben, alle können Videos oder Musik ins Internet stellen. Ohne Netzneutralität würdest Du wohl auch meine Seite nicht lesen können, oder nur auf Umwegen. Oder halt mit langsamen Ladezeiten – bis dir dein Besuch auf meiner Seite verleiden würde. Denn Geld für eine Premium Verbindung zu kaufen hätte ich persönlich bisher nicht gehabt. Ohne Netzneutralität wäre unser Internet also nicht mehr so vielseitig, sondern dominiert von den Grosskonzernen – die für eine schnelle Internet-Verbindung bezahlen könnten.

Sieht das Internet ohne Netzneutralität so aus? - Quelle: Gizmodo.com

Sieht das Internet ohne Netzneutralität so aus? – Quelle: Gizmodo.com

Immer wieder werden Pay TV Sender als Beispiel für eine gescheiterte Netzneutralität präsentiert. Aber wie müssten wir uns ein solches Angebot vorstellen? Die nebenstehende Grafik habe ich heute im Internet gefunden. Beim betrachten der Grafik wird schnell klar: Wer im gesamten Internet surfen möchte, der bezahlt mehr als andere. Falls dies überhaupt noch möglich sein wird. Wer wenig Geld hat, der kriegt auch wenig – und keinen Zugang zum vollen Internet.

Klar, diese Grafik wurde einfach mal so von Gizmodo.com als Worst Case Szenario veröffentlich. Aber sie zeigt uns was mit dem Internet ohne Netzneutralität passieren kann. Wenn Gizmodo.com dieses Szenario ausarbeiten kann, weshalb sollte die Telekommunikationsbranche nicht einmal daran denken?

Deshalb: Es benötigt gesetzliche Vorgaben, es benötigt Richtlinien was die Provider mit dem Internet machen dürfen. Und es benötigt politisches Engagement der Parteien – denn Netzneutralität ist auch Demokratie. Verpassen wir diese Chance nicht!

3 Kommentare

  1. Gerne. Es ist mir halt auch wirklich ein Anliegen. Danke für den Facebook-Link. Werde ich auch noch weiterverbreiten.

  2. Pingback: Netzneutralität – Weil es wichtig ist! | Daniel Wyss