Die Reitschule – und es geht weiter…

Es war zu erwarten. Die Diskussion um die Berner Reitschule ist von neuem entbrannt, sie ist wieder überall in den Medien zu finden. So bloggt der Zytblogger der BernerZeitung BZ:

Die Polizei hat genug. Am vergangenen Wochenende wurden vor der Reitschule erneut Polizeifahrzeuge mit Flaschen beworfen und Polizisten von Vermummten bedroht. Die jüngsten Vorfälle reihen sich nahtlos ein in eine ganze Serie von Übergriffen und Gewaltakten rund um den streitbaren Berner Kulturbetrieb. Die Polizei spricht von “unhaltbaren Zuständen” und sucht das Gespräch mit Stadtpräsident Alexander Tschäppät und Sicherheitsdirektor Reto Nause.

Oftmals werde ich in diesen Tagen gefragt, wie ich als Vorstandsmitglied von „Pro Nachtleben Bern“ mit dieser Thematik umgehe. Meine kurze aber klare Antwort heute morgen auf Twitter war jene hier:

Die Berner Reitschule hat eine grosse kulturelle Bedeutung für die Stadt Bern. Viele gute Anlässe werden beispielsweise im Dachstock durchgeführt. Nicht alles was in der Reitschule abgeht ist schlecht. Einmal mehr passt der CVP Slogan aus dem Abstimmungskampf um eine Reitschul-Schliessung wieder perfekt: Kultur JA, Krawalle NEIN!

Und einmal mehr bringen ein wenige Idioten (Entschuldigung für diesen Ausdruck) viele normale, tolerante Nachtschwärmer in Bedrängnis. Aktionen wie „Kill the Police“ oder nächtliche Flaschenwürfe auf die Polizei sind schlicht nur dumm und müssen knallhart bestraft werden!

In der Stadt Bern werden Restaurant- oder Barbesitzer bei kleinen Vergehen bestraft und müssen mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Die Reitschule entzieht sich meistens auch bei schlimmeren Vergehen der Verantwortung. Die Polizei ist machtlos, denn jeglicher Einsatz würde in einem politischen Desaster enden. Pro Nachtleben Bern forderte in der sehr erfolgreichen Petition unter anderem „…gleich lange Spiesse für alle Betriebe“.

Es ist definitiv an der Zeit, dass das Berner Parlament endlich handelt. Es müssen griffige Massnahmen verabschiedet werden, damit Übergriffe auf die Polizei und Gesetzesübertretungen endlich eingedämmt werden. Wieso verwehrt die Reitschule solchen Gesetzesuntreuen nicht einfach den Zugang? Wieso arbeitet die Reitschule nicht endlich besser mit der Polizei zusammen? Und wieso bindet das Stadtberner Parlament den Leistungsvertrag und somit die Steuergelder nicht endlich an griffige Forderungen?

Verlieren wird am Schluss die grosse Mehrheit an Nachtschwärmern, die das Kulturangebot der Reitschule schätzt.