Natalie Rickli hat (fast) alles richtig gemacht

Verstehen Sie mich nun bitte nicht falsch. Ich bin in mit der Meinung von Natalie Rickli nicht einverstanden. So habe ich gestern beispielsweise getwittert:

Trotzdem bin ich der Meinung, dass Frau Rickli (fast) alles richtig gemacht hat. Es mögen vielleicht nur 20% der Schweizer denken, dass zuviele Deutsche in der Schweiz sind, dafür deren 80% der Schweizer sie hassen. „Die Masse der Deutschen stört mich“ meint die SVP-Nationalrätin gestern in den Medien. Zuvor berichten Vertreter der Tourismusbranche von Deutschen, die sie aus Empörung über die provokativen Aussagen ihre Ferien in der Schweiz absagen. Frau Rickli wird neu also nicht nur in der Schweiz, sondern in Europa wahrgenommen.

So mag es sein, dass Rickli mit Ihrer Provokation dem Ansehen der Schweiz im Ausland, vor allem in Deutschland geschadet hat. Nicht aber bei Ihrer Wählerschaft. Ein Grossteil Ihrer Wählerschaft denkt ähnlich oder gleich wie Rickli. Und es werden neue Wähler dazu gekommen sein. Denn dank den Provokationen, dank den Beleidigungen ist der Name Rickli nun überall präsent. Auch der Spiegel und unzählige weitere deutsche Medien berichteten über den Fauxpas.

„Ich hetze nicht gegen Deutsche“, sagte Rickli. „Ich spreche die Problematik an, dass zu viele hier sind.“ Die Schweizer Politikerin hat eine Debatte um Deutsche entfacht“ ist der Augsburger Allgemeinen zu lesen. Das Bild dazu zeigt dem deutschen Leser eine junge, attraktive Schweizerin, im Hintergrund die Schweizer Flagge.

Rickli hat erreicht was sie wollte. Sie hat provoziert und erhält nun den Lohn für Ihre Mühen: Aufmerksamkeit. In wenigen Monaten werden Ihr die Deutschen verziehen haben, sie wird rasch in Vergessenheit geraten. Der konservative Schweizer wird sich jedoch an Ihre Worte erinnern und bei den nächsten Wahlen erneut unterstützen. Ein Problem, welches den „netten, fairen“ Politiker vor eine grosse Herausforderung stellt. Denn er geht in der Medienwelle unter, wird gar nicht mehr wahrgenommen. Und bald vielleicht abgewählt.

1 Kommentar

  1. Wenn Politik nur noch mit Poltern betrieben werden kann, wenn nur noch polarisierende Leute gewählt werden, dann ist es Zeit für mich, meine politischen Aktivitäten aufzugeben. In dem Sinne hat sie alles falsch gemacht.