Buchpreisbindung? Nein!

Bis 2007 gab es in der Deutschschweiz gebundene Buchpreise. Das bedeutet: es war dem Handel vorgeschrieben, zu welchem Preis er ein Buch verkaufen musste. In der West-Schweiz ist der Buchpreis seit Anfang der 90er Jahre frei. In der italienischsprachigen Schweiz gab es nie eine Buchpreisbindung.

Diese Buchpreisbindung soll nun erneut eingeführt werden. Die Buchpreisbindung soll, so der Bundesrat und das Parlament, die kulturelle Vielfalt des Bücherangebots fördern. Ausserdem soll diese Buchpreisbindung den Buchhandel schützen.

Mit dieser Nachricht habe ich letzte Woche die Arena im Schweizer Fernsehen zur Buchpreisbindung kommentiert. Ich bin klar ein Gegner der Buchpreisbindung. Sie ist schlicht nicht mehr zeitgemäss. Die Buchpreisbindung gilt zwar auch für den Online-Handel. Umsetzbar ist diese für jenen aber nicht, da Buchsendungen am Zoll gar nicht kontrolliert werden dürfen. Profiteure werden also in erster Linie nicht kleine Buchhändler, sondern ausländische Grosskonzerne wie Amazon, Apple oder Google sein. In grenznahen Gebieten arbeiten wir mit dieser Regelung einmal mehr an einer Hochpreisinsel Schweiz.

Bücher werden noch benötigt, dass streitet kaum jemand ab. Jedoch entscheidet schlussendlich der Kunde, wo er dieses Buch kaufen möchte. Fachliteratur wird wohl kaum in Billig-Discountern wie Ex-Libris auffindbar sein. Ein Grossteil dieser Bücher wird bereits heute über das Internet bestellt. Ist das Buch in der Schweiz nun der Buchpreisbindung unterstellt, so wird der Schweizer Handel dank der höheren Preise kaum wettbewerbsfähig bleiben.

Beruflich bin ich seit knapp 15 Jahren im Detailhandel tätig. Ich habe dabei eines gelernt: Wer stehen bleibt, der bleibt auf der Strecke. Mit der Buchpreisbindung will man den Schweizer Buchhandel stützen. Irgendwann wird dieses Gerüst zusammenfallen, zurückbleiben wird ein Scherbenhaufen, wie wir dies von der Musikindustrie kennen. Deshalb bringt es @belzig mit seiner Mitteilung auf Twitter genau auf den Punkt: