Ein Wahlkampf unter 1’000 Franken?

Nationalratssitze sind teuer. So liest aktuell man in den Medien, dass ein Nationalratssitz beispielsweise im Kanton Zürich CHF 150’000 kostet.

„Doch auch wenn sich Sitze nicht kaufen lassen: Die Kosten für eine Kampagne können happig ausfallen. Balsiger schätzt die Kosten für den Wahlkampf im Kanton Zürich im Schnitt auf 150‘000 Franken – pro Nationalratssitz. Wer diesen Betrag nicht aufwende, brauche nicht anzutreten.“

So wird Wahlkampfexperte Mark Balsiger im Artikel zitiert. Ich könnte nun zynisch auf diese Aussage antworten, dass ich ja glücklicherweise nicht im Kanton Zürich, sondern im Kanton Bern antrete. Nur leider ist der Kanton Bern flächenmässig noch grösser, die Wahlkampagnen kosten wohl deshalb nicht gerade viel weniger.

Trotzdem trete ich zu den Nationalratswahlen an. Aus der Überzeugung, dass es auch mit weniger Geld möglich sein muss. Trotzdem mache ich mir auch nichts vor. Ich werde zwar als Spitzenkandidat in die Wahlen steigen. Dies aber bei einer nicht allzu bekannten Liste, den Liberalsozialen. Ausserdem beträgt mein Wahlkampfbudget nicht mehrere Jahreslöhne, sondern aktuell gerade mal CHF 950 Franken. Und dabei ist der grössere Teil davon bereits für den Spitzenplatz verbucht.

Ich werde während dem Wahlkampf kämpfen, für die Liberalsozialen deren Wahlkampfbudget eine Mindest-Monatslohnsumme noch nicht erreicht. In der Überzeugung, dass der Mittelstand mit tiefem Einkommen und kleineren Budgets eben auch im Bundeshaus vertreten sein will, und kann. Und vielleicht wird es ja dank einer Vielzahl kleiner Spenden klappen?

4 Kommentare

  1. Ich denke, wenn das Budget klein ist, geht es nicht im Alleingang, sondern nur mit geschicktem Einsatz von netzwerkenden Tools, um ein Team von Freiwilligen Helfern zu koordinieren. Was kaufen sich die anderen mit dem Geld? Teams von Menschen (Agenturen, etc).

    Alleine mit Twitter, FB, Politnetz und Blogs wird man wohl nicht viel erreichen. Was meinst du? The power is in the (real) connections.

  2. Hallo Sam, ich sehe es nicht viel anders. Alleine mit Twitter und Facebook, Politnetz und Blogs erreicht man leider nicht sehr viel. Das Problem ist bei den meisten Social Networks, dass man nur an bekannte Personen kommuniziert, und nicht potentielle Neuwähler anspricht.

  3. Ja, man muss Wege finden, den viralen Effekt zu nutzen, Verbindungen zu nutzen etc.

    Für mich sind das zB spontan:
    – Team von Supportern zusammentrommeln (zB in Facebook-Gruppe)
    – zusammen gute, multimediale Inhalte erstellen und gegenseitig promoten
    – kreative Aktionen lancieren (die virales Potential haben)
    – eigene Community aufbauen (langfristig)
    – Teil verschiedener grösseren Diskussionen werden

    Und das Ganze als Hauptprobe sehen, experimentieren, Gspüri lernen – für die nächsten Wahlen 🙂

  4. Mein Tipp: Investiere die Hälfte davon in „Bettelbriefe“ an gute Adressen (Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen) und du hast dein Budget verfünffacht oder noch mehr…