Gedanken zu den Anschlägen von Norwegen

Weltweite Betroffenheit, tiefe Bestürzung. Das Attentat von Oslo vor knapp 24 Stunden hat grosse Reaktionen ausgelöst. Man weiss es noch nicht genau, was wirklich passiert ist. Scheinbar sind die Taten durch einen 32-jährigen Norweger verübt worden.

Auch ich war gestern fassungslos, als ich mich die Bilder aus der Innenstadt von Oslo erreicht haben. Für mich ist vor allem unverständlich, dass unzählige Kinder und Jugendliche gezielte Opfer der Attentate waren. Die feigen und hinterhältigen Anschläge in Oslo und auf der Insel Utoya sind ein Angriff auf Freiheit und Demokratie, weil es gerade diejenigen getroffen hat, die sich dafür eingesetzt haben. Die Anzeichen verdichten sich, dass es sich um einen Anschlag mit politischen Motiven gehandelt hat. Die Polizei verdächtigt christlichen Fundamentalisten, einen Nationalisten voller Hass. 

Da ich mich selber regelmässig in der Politik engagiere, geht mir dieser Anschlag vielleicht etwas näher, als vielen anderen Schweizern. Denn auch ich bemerke den laufend raueren Wind in der Politik. Eine Politik, in der extreme Positionen die Medien bestimmen und regelrecht den Hass fördern. Drohungen per Email oder auch per Briefpost gehören scheinbar zu einem normalen Wahlkampf dazu. Das Attentat in Arizona (vgl. Wikipedia) war ein Beispiel für diese Entwicklung. In Norwegen scheint nun ein weiteres, extremes Beispiel dazuzukommen.

Politiker müssen wieder lernen Probleme zu lösen, zusammen zu arbeiten und die Welt besser zu machen. Es ist keine Lösung den politischen Gegner schlecht zu machen, Ihn vor seinen Wählern zu verteufeln. Wir Politiker müssen dies lernen. Um Fundamentalisten, egal ob von religiöser oder politischer Ausprägung, in Zukunft keine Chance mehr zu geben.

10 Kommentare

  1. Man kann nicht für jeden Terroranschlag die Politik bzw. den Politikstil seiner Gegner verantwortlich machen. Wie das Attentat auf das Kantonsparlament im Kanton Zug im Jahr 2001 gezeigt hat, gibt es auch einfach verrückte Querulanten und Spinner, die durchdrehen.

    Auch der vereitelte Anschlag italienischer Umweltterroristen auf das IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon kann wohl kaum den Standpunkten und Positionen grüner Politiker zur Last gelegt werden.

    Und mit dem politischen Stil in der Schweiz hat der Anschlag in Norwegen rein gar nichts zu tun.

  2. lieber daniel
    wir sollten mal darüber reden, was unter „Um Fundamentalisten, egal ob von religiöser oder politischer Ausprägung, in Zukunft keine Chance mehr zu geben“ zu verstehen ist. ich glaube, da müssten wir ganz oben und ganz unten beginnen – sprich > leute, die ganz oben (weit hinten) agieren und unten > der stammtisch in der beiz (also wenn es überhaupt noch eine gibt)
    gruss
    roger

  3. @Aexander Müller
    Danke für Dein Feedback! Ja, da gebe ich Dir vollkommen recht. Der Politstil in der Schweiz hat nichts mit den Anschlägen in Norwegen zu tun. Aber ev. der Politstil in Norwegen? Ich kenne Norwegen zu wenig. Aber es ist auch klar, dass wenn Politiker richtiggehend die Gegner nur noch schlecht machen, die politische Agenda von A nur dazu dient B schlecht zu machen, so hilft man mit, diese Entwicklungen zu unterstützen. Es ist aber auch klar. Alle Anschläge, oder eben dann Amokläufe sind durch Politik oder Religion ausgelöst.

  4. Hallo Roger,

    Danke auch Dir für Deine Rückmeldung.

    “Um Fundamentalisten, egal ob von religiöser oder politischer Ausprägung, in Zukunft keine Chance mehr zu geben” – Vielleicht etwas hart formuliert. Mir geht es darum, dass oft extreme Ansichten von der Politik (nicht nur, notabene) kommuniziert werden. Diese helfen mit, dass Hass entsteht. Der Anstand und der Respekt geht dabei verloren. Dies hilft mit. Nicht nur natürlich.

    Ganz oben, weit hinten und unten? Klar, wenn Du mit ganz oben Leute wie Politik, Papst und Meinungsbildner meinst, dann gebe ich Dir recht. Dazu kommt natürlich auch der Stammtisch in der Beiz. Klar. Aber sind wir mal ehrlich. Wenn Politiker oder andere Meinungsbildner provozieren, so ist es doch schnell passiert, dass der sogenannte Stammtisch dann auch aufspringt, oder?

  5. Hallo Daniel, ich bezweifle, dass alle Amokläufe und Terroranschläge durch Politik und Religion ausgelöst werden. Gerade Amokläufe haben sehr viel mit persönlichen Motiven wie Beziehungsproblemen, Verzweiflung, Geldsorgen, Krankheiten usw. der Täter zu tun. Und Terroranschläge werden in der Regel von Extremisten verübt, die versuchen ihre politischen Ziele mit Terror zu erreichen und dabei bereit sind über Leichen zu gehen.

    Was Terroristen tun hat nichts mehr mit mangelndem Respekt zu tun, es ist schlicht und einfach hochgradig kriminell und feige.

    Was ist extrem?
    Ob eine Ansicht extrem oder nicht ist hängt vom Betrachter ab. Für mich ist die Ausschaffung von kriminellen Ausländern völlig legitim und überhaupt nicht extrem. Andere bezeichnen mich deswegen als ausländerfeindlich, was ich ganz klar nicht bin. Ich schliesse daraus, dass diese Leute meine Meinung als extrem erachten. Ich selbst betrachte mich jedoch weder als extrem, noch bin bereit über Leichen zu gehen. Ausserdem versuche ich auch nicht meine politischen Ziele mit Bomben zu erreichen, wie dies z.B. Ökoterroristen tun. Somit distanziere ich mich ganz klar von Terroristen.

  6. Ihr Kommentar ist lieb und gut und nett. Ganz ehrlich. Nur denke ich, dass Sie verkennen, welche Einflüsse vordergründig und im „Untergrund“ die Hirne entsprechend Veranlagter ver-w-irren. Die neokonservativen, populistische Rechten sind europäisch vernetzt und argumentieren mit den selben „Werten“, den selben Feindbildern und der selben Hetze. Lesen sie die einschlägigen Foren. Für mich hat hier ein feiger Rechtsextremer ganz im Sinne der Ideologie, rote Hasen (oder waren es Ratten) gejagt. Ein abgebrühter, Pseudointellektueller, der sich nun wohl bald als Held der Szene feiern lassen kann. (Ein Mensch mit einem Glauben (sorry, einer Waffe) ist mächtiger als 100 000 mit einer Meinung.) Im Blick können sie die Kommentare studieren und sie werden feststellen, wie verbreitet die antidemokratische Denkweise (zynisch) bereits ist. Da bedauert eine Dame, dass wegen der verfehlten Einwanderungspolitik der „Eliten“ classe politique – diese jungen Menschen sterben MUSSTEN. Als wären sie verhungert oder hätte der liebe Gott persönlich ihnen das Leben genommen. Es war ein Mensch, der sich einbildete, seine Gesinnung gäbe ihm dazu ein Recht. Ein rechter Gesinnungstäter also. Es ist der Geist der solche Geister schafft. Der nationalistische Ungeist. Aber dazu lässt sich nur sagen: No paseran!

  7. Danke für das Feedback! Da gebe ich Ihnen selbstverständlich recht. Schlussendlich ist die Politik nur ein Teil des Gesamten. Ich bin aber überzeugt, dass sie Einfluss nehmen kann.

    „Ein Mensch mit einem Glauben ist mächtiger als 100 000 mit einer Meinung.“ – Genau das hat der Täter auf seinem Twitter-Profil gepostet. Und es ist leider eine Tatsache, dass ein Glauben, durchaus zu einer Waffe werden kann. Wenn Meinungsbildner, ich zähle nun mal neben Politiker auch Kirchenoberhäupter, Hass predigen.

  8. Pingback: Massaker in Norwegen » DailyTalk.ch › Schweizer Politikblog

  9. Bei allem Eifer haben unsere Journalisten vergessen, dass Norwegen selber ein reiches Ölland ist und im Streit mit den USA liegt. Norwegen erhebt genauso Ansprüche auf die Arktis wie die USA, Russland und die anderen Anrainer, Finnland, Dänemark und Kanada. Der geniale Petrodollar war ja durch den Irak gefährdet, wie mancher vielleicht weiß.
    Wurde der geplante Anschlag zur der Frauenfussball-WM des Eröffnungsspieles in Berlin, was vom BKA ernst genommen wurde, durch Oslo ersetzt? Zumindest heißt es, Europa habe sein 9/11 bekommen.
    Ist Anders Breivik wirklich so krank, wie er dargestellt wird? Amokläufer erschießen sich in der Regel selbst und sind emotional mehr als aufgebracht. Mit Drogen und Gehirnwäsche hat man schließlich seit Vietnam Erfahrungen, und das liegt Jahrzehnte zurück… Forschung und Wissenschaft sind schnell in heutiger Zeit.
    Breiviks Anwalt hält den Attentäter von Norwegen für geisteskrank, der Geheimdienst aber für zurechnungsfähig! Anders Behring Breivik widerspricht sich. Einmal habe er Komplizen, jetzt aber sei er ein Einzeltäter. Nun, die „Welt“ ist wieder mal „geschockt“. Ähnlich wie bei Kennedy und Lady Diana…
    Im übrigen vergibt Norwegen kein Geld mehr an Griechenland, die Vorratsdatenspeicherung ist auch bei uns in der BRD-GmbH wieder im Gespräch, und dieses Land hat sich vom NATO-Einsatz aus Lybien verabschiedet. Die Presse ist wieder fleißig beim „Hypen“.
    Fünf Personen besitzen etwa 75 % des Medienmonopoles weltweit und steuern das ultimative Sprachrohr für ihre Freunde, wie sie es brauchen. (Siehe Blochverlag: Das Medienmonopol)
    Hier habe ich einige Fakten zusammengetragen in der Hoffnung, daß sie nicht alles glauben, was die Presse mundgerecht serviert. Das es bei einigen anderen Amokläufern und den soganannten Kofferbombern von Köln ungereimtheiten gab, vielleicht erinnern sie sich.
    Persönlich glaube ich nicht alles, was in Presse und Nachrichten so schön mundgerecht zum Nachsprechen und „Mitreden“ serviert wird. Sollten Sie das glauben, na dann guten Appetit bei der Sch…