Datenschutz ist nicht nur ein Problem von Google!

In den letzten Tagen ist vor allem ein Thema in den Medien präsent: Sicherheits- und Datenschutzbedenken im Internet. Facebook und Google müssen aktuell als Sündenböcke den Kopf hinhalten – zum Teil auch begründet.

Zum konkreten Google Problem: Google hat auf ihrem offiziellen Blog bekannt gegeben, dass die Street View Fahrzeuge neben Fotos und Basisdaten zu offenen WLAN Netzen auch sogennante Paketdaten gespeichert haben. Seither ist vor allem in der Presse plötzlich jeder gegen Google.

Sicherlich war dies ein grosser Fehler von Google. Nicht jeder wird wohl an das scheinbare „Versehen“ glauben. Aber was macht der Endbenutzer bei alle dem? Dieser wird aus den ganzen Berichterstattungen in der Presse wohl vor allem eines Mitnehmen: Google ist böse.


Betrachten wir aber das Google Problem etwas genauer, so fällt vor allem eines auf: die mangelnden IT Kenntnisse der Benutzer werden zunehmend zu einem grossen Problem.

Google hat die Daten von offenen WLAN Routern gescannt. Dadurch aber, dass die Google Autos in nur gerade wenigen Sekunden vor der eigenen Haustüre vorbeigefahren sind, wird Google wohl kaum im besitze ganzer EMail-Konversationen sein. Wollten sie hier Daten wirklich ausspionieren, dann wäre wohl ein Email-Scan im Internet viel effektiver.

Viel mehr ist beängstigend, dass Google überhaupt so viele offene WLAN Netze gefunden hat. Denn das bedeutet, dass nicht nur Google, sondern auch Kriminelle diese versendeten Daten „abhören“ und kopieren können. Oder offene WLAN Netze auch für andere Straftaten benutzen könnten.

Wir sollten uns deshalb überlegen, wie wir die Mitbürgerinnen und Mitbürger, welche sich weniger mit IT Sicherheit auseinander setzen wollen, über solche Gefahren informieren können. Denn ich glaube weniger an das Böse Google – Wer garantiert mir, dass nicht auch MSN- oder Bluewin-Accounts unsicher sein können?

Nicht ganz ausblenden darf man jedoch die Datenschutz-Problematik bei Facebook. Heute besitzt ein Grossteil der jungen Internetbenutzer ein Facebook-Konto. Und genau diese Gruppe kümmert sich Studien zufolge nicht wirklich um den Datenschutz.

Aufgabe der Politik muss es deshalb auch sein, nicht nur mit den Fingern auf Firmen wie Google oder Facebook zu zeigen. Vielmehr sind auch Möglichkeiten zu schaffen, dass die Internet-Benutzer von morgen mit dem Thema Datenschutz im World Wide Web vertraut sind. Wussten sie beispielsweise, dass die meisten User das Kennwort „123456“ verwenden? (Quelle: Chip.de)

Als Jungpartei versucht sich die Junge CVP mit einer speziellen Arbeitsgruppe ICT diese Thematik aufzuarbeiten und Lösungen aufzuzeigen. Ich selber werde mich hier an vorderster Front engagieren. Damit die Sicherheit auch im Internet laufend verbessert wird.