Politik, Wahlkampf und Internet

Politiker im Internet – ein zumindest in den letzten Wochen vertrautes Bild. Mehr und mehr Politiker haben in den letzten Monaten in die virtuelle Welt von Facebook bis Twitter reingeschaut und auch aktiv mitgemacht. Schliesslich hat Barack Obama ja allen vorgemacht, wie wirkungsvoll Internet im Wahlkampf eingesetzt werden kann.

Ein Unterschied bleibt jedoch offensichtlich: Schweizer Politiker haben weder die gut ausgebildeten PR Berater eines Obamas zur Seite, noch haben sie die grossen Budgets um eigene Websites zu erstellen. Und so beschränkte sich der Grossteil der Berner und Zürcher Politiker auf Facebook Fanpages, ein paar Twitter-Meldungen und … Mitgliedschaften in Politik Foren wie dem Berner Wahlbistro oder Politnetz. Kaum war dann aber der Wahlkampf in Bern vorbei, so wurde es auch still um Politiker im Netz. Es muss sich nun zeigen ob dies nur aufgrund der Osterferien so war, oder ob der Wille der Politiker mit den Bürgern auch über das Internet in Kontakt nach den Wahlen wieder nachgelassen hat.

Blogstone.net hat sich vor kurzem in einem Blogbeitrag ebenfall darüber Gedanken gemacht. So wurden im Bericht vor allem auf folgende Webseiten eingegangen.

Quelle: politr.ch

Ich muss zugeben, ich war wirklich erstaunt, dass ich scheinbar der Politiker bin, welcher im März am zweitmeisten Tweets über Twitter versendet hat (gem. Politr, siehe Abbildung).

Auch wenn es nicht unbedingt  auf die Menge, sondern auf den Inhalt ankommt. Es zeigt uns durchaus auch auf: Facebook und vor allem gerade Twitter werden von den Schweizer Politikern noch nicht wirklich ernsthaft und anhaltend benutzt.

Doch kann man überhaupt mit Internet zusätzliche Stimmen holen? Oder war Barack Obama, vielleicht eben durch das höhere Budget, schlicht eine Ausnahme? Ich selber bin der Meinung, dass dies durchaus geht. Ich denke aber, dass hierbei einige Punkte beachtet werden müssen.

  • Geduld – Es ist nicht damit getan, dass Politiker vor den Wahlen ein paar Posts auf Facebook reinsetzen. Es braucht einen andauernden und stetigen Einsatz um die Community aufzubauen.
  • Die einzelnen Medien müssen miteinander verknüpft werden. Berichte auf Blogs & Homepages werden über Twitter und Facebook angekündigt. Debatten auf Politnetz müssen auch Freunden und Kollegen über Social Media bekannt gemacht werden.
  • Die Kommunikation muss je Kanal angepasst werden. Eine Meldung auf Twitter ist nicht gleich, wie eine Meldung über Facebook oder wie jene in einem Blogbeitrag.

Und genau diese kleinen Punkte erzeugen die grösste Wirkung. Das Marketing-Team um Barack Obama hat das sehr gut gemacht. Dies müssen unsere Politiker noch lernen – ich nehme mich hier nicht aus 😉

Welche Kanäle von mir ausgesehen ideal für Politiker sind, welche wiederum gar nicht funktionieren – hierzu folgt auf diesem Kanal demnächst mehr. Also dranbleiben!

13 Kommentare

  1. Pingback: Daniel Wyss

  2. Eine – ich sags mal direkt – saugute Analyse, die du hier verfasst hast. Und dein und andere Beispiele zeigen, dass mehr und mehr Leute (nicht bloss PolitikerInnen) die gleichen Schlüsse wie du ziehen. Wir fragen uns nach dem Anfangs-Hype um Social Media nun endlich zunehmend, wozu wir sie denn wirklich nützen können. Facebook ist dafür geschaffen, um mit deinen direkten Freunden und Bekannten „in touch“ zu bleiben, Xing, um mit deinen business-Kontakten

  3. ((oops, hier gehts weiter)) … und Politnetz, um mit deinen WählerInnen sowie mit Gleich- und Andersgesinnten PolitikerInnen, Parteimitgliedern und VertreterInnen von Organisationen. Die Plattformen werden untereinander vernetzt und damit durchlässig für die Inhalte, die du über eine Plattform hinaus verbreiten willst.

  4. Pingback: politnetz.ch

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  7. Hallo Andreas,

    Danke für Dein Feedback hier in meinem Blog.

    Genau – das ist korrekt – Ich werde in wenigen Tagen einen zweiten Teil zu meinem Blogbeitrag schalten. Ich habe mir da genau diese Gedanken gemacht. Was bringt denn nun wirklich was – in welcher Form.

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