Kampf gegen die Teeny-Prostitution

In der Schweiz können sich Minderjährige prostituieren, während deren Freier kommen straflos davon. Ein Misstand welcher nun endlich thematisiert und behoben werden muss. In den Statistiken ist zwar „nur“ von insgesamt vier Mädchen die rede, welche 2009 von der Kantonspolizei Bern aufgegriffen wurden. Die Dunkelziffer liegt aber ziemlich sicher um einiges höher.

Der Berner Grossrat hat im Jahre 2009 ein kantonales Prostitutionsgesetz angeschoben, das “Schranken, Regeln und Schutz im Sexgewerbe” ermöglichen soll. Ziel des Gesetzes: die Modalitäten der Ausübung der Prostitution besser zu regeln und die Sexarbeiterinnen und –arbeiter besser vor Ausbeutung zu schützen.

Genau diese Gesetzesanpassung, so fordert jetzt CVP Stadtrat Henri Beuchat, soll kantonal genutzt werden um eine Standesinitiative zu lancieren. So könnte der Teeny-Escort schweizweit thematisiert und eingedämt werden.

Gerade die Tatsache, dass sich 16-jährige Mädchen und Jungen straflos prostituieren dürfen schockiert. Das sexuelle Mündigkeitsalter liegt in der Schweiz bei 16 Jahren, was ja grundsätzlich nicht ein Problem ist. Ich denke diese Regelung hat sich sogar bewährt!

Das eigentliche Problem: Bei unter 16-Jährigen, die sich prostituieren, sind die beteiligten Erwachsenen nach den Artikeln 187 StGB (sexuelle Handlungen mit Kindern) bzw. 195 StGB (Förderung der Prostitution) strafbar. Einvernehmliche, bezahlte sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sind hingegen nach geltendem schweizerischem Strafrecht nur ausnahmsweise strafbar.

Strafbar macht sich also nur, wer eine unmündige Person der Prostitution zuführt und wer sexuelle Handlungen mit unmündigen Abhängigen von mehr als 16 Jahren vornimmt. Dem Schutzbedarf von 16- bis 18-Jährigen wird im Strafgesetzbuch somit nicht genügend Rechnung getragen.

Situation in der Europäischen Union?

Sowohl die Europaratskonvention zum Schutze von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch vom 25. Oktober 2007 (welche die Schweiz nicht ratifiziert hat) als auch der Rahmenbeschluss der Europäischen Union zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornografie vom 22. Dezember 2003 verpflichten die jeweiligen Mitgliedstaaten, ein solches Verhalten strafbar zu erklären.

Es ist also an der Zeit, dass in der Schweiz endlich gehandelt und minderjährige vor Prostitution geschützt werden. Deshalb ist der Vorstoss von Henri Beuchat (CVP Stadt Bern) auf jeden Fall zu unterstützen! Zum Schutze unserer Kinder.

Zum Bericht von Henri Beuchat

2 Kommentare

  1. Im Moment läuft ja alles unter dem Deckmantel „Zum Schutze unserer Kinder“. Nun sind aber 16-jährige keine Kinder mehr. Wenn Kinder so erzogen werden, dass sie Geld und Luxus als wichtigstes Gut ansehen, helfen Gesetze später auch nichts.

  2. Pingback: Daniel Wyss