Sturmgewehr und Obligatorisches aus dem Zivilleben verbannen!

Das Thema „Armeewaffen“ wird heute im Newsportal vom „Bund“ erneut thematisiert. Da ich erst vor kurzem meinen letzten WK-Tag hinter mich gebracht habe (vor ca. 15 Tagen), kann ich mich noch sehr gut in die Thematik hinein versetzen. Denn auch in meinem letzten WK waren die Diskussionen zum Teil lange: Handelt es sich um einen alten Zopf oder ist es einfach schlicht noch notwendig, dass wir eine Waffe bei uns zu Hause haben?

Das Positive vorweg: Die Armee bewegt sich. Die Waffe kann ab 2010 ohne Angabe von Gründen im Zeughaus hinterlegt werden. Das ist für Personen wie mich sinnvoll. Ich lebe in einer kleinen Wohnung, das Zeughaus ist ein paar Minuten von mir entfernt. Jedoch werde ich die Waffe wohl trotzdem nicht ins Zeughaus bringen. Denn im Sommer steht bereits wieder das nächste Obligatorische an.

Und so wird der neuste Schritt zu einem ziemlich nutzlosen. Wer wohnt schon wie ich praktisch neben einem Zeughaus? Wer will die Waffe schon zweimal im Jahr freiwillig im Zeughaus  holen gehen und wieder zurück bringen? Ich selber bin der vollen Überzeugung, dass die Waffe ins Zeughaus und nicht in einen Kleiderschrank gehört! Trotzdem bleibt aber die Waffe wohl Zuhause.

Auch bin ich sicher, dass das jährliche obligatorische Schiessen kaum mehr sinnvoll ist. Es mag zwar vielen Schützenvereinen Geld in die Kasse bringen. Das Schiessen gelernt habe ich jedoch an einem Obligatorischen nicht. Wenn ich meine Resultate anschaue, dann eher verlernt! So habe ich seit meiner letzten RS Woche in der Armee nie mehr meine Waffe verwendet. Auch wenn ich vielleicht mit Küchen- und Büroarbeiten beschäftigt und nicht in konventionellen WKs war. Hier liegt das eigentliche Problem.

Meine Vorschläge:

  • Jeder Armeeangehörige sollte einmal im Jahr in den WK gehen müssen. WK-Verschiebungen sind nur noch in absoluten Ausnahmefällen zu tolerieren. Dies wird aktuell umgesetzt.
  • In den WKs gehört auch ein Waffen-Training auf den Tagesbefehl. Egal in welcher Truppen-Gattung. Das Obligatorische wird in den WK integriert und entfällt im Sommer.
  • Ist eine persönliche Waffe wirklich notwendig? Wieso erhält nicht jeder WK-Soldat bei WK-Antritt irgendeine Waffe aus dem Zeughaus? Beim WK-Schluss wird die Waffe wieder eingezogen.

Nein, ich bin kein Armee-Gegner. Ich sehe deren Notwendigkeit auch heute noch. Auch wenn der Auftrag der Armee durchaus neu definiert werden sollte. Aber ich glaube nicht daran, dass die Armee eine höhere Bereitschaft hat, wenn jeder Armee-Angehörige die Waffe ohne Munition Zuhause aufbewahrt. Hier liegt es an der Armee einen einfachen Ablauf für WK-Waffenabgabe und -Rückname zu definieren.

Die Armee bewegt sich. Aber in zu kleinen Schritten. Es ist an der Zeit grössere Revisionen vorzunehmen. Alte Zöpfe gehören abgeschnitten. Denn schlussendlich profitieren wir alle davon: Wir verhindern Gewalttaten und schaffen mehr Sicherheit.

9 Kommentare

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  2. Ich kann mit all Deinen Vorschlägen gut leben – wer möchte, sollte seine Waffe aber behalten dürfen, um in der Freizeit damit zu schiessen (sauberer Leumund voraus gesetzt). Die Zeiten, in denen wir von unserem Zuhause bis zum Sammelplatz 50 Feinde erschiessen müssen, sind sicher vorbei.

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  4. Ich finde die Vorschläge nicht so schlecht. Was mir einzig nicht gefällt, ist der folgende Punkt: „WK-Verschiebungen sind nur noch in absoluten Ausnahmefällen zu tolerieren.“ Das ist etwas was mich am meisten nervt bei der ganzen Armee. Die Hälfte der Stellungspflichtigen verabschiedet sich nach drei Tagen mit fadenscheinigen Argumenten auf nimmerwiedersehen aus dem Dienst am Staate und ich der dann die paar Tage die wir noch leisten müssen auch leiste, werde, wenn ich wegen Prüfungen in der Hochschule den Wk auf nach dem Studium verlegen will, behandelt wie ein Wehrkraftzersetzer. Wer sich so verhält muss sich nicht wundern, wenn die Leute nicht mehr in die Wks wollen sondern von vorherein den „Königsweg“ einschlagen.

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