Von Anstand und Fairness

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Bildquelle: juso.ch

Der Wahlkampf 2007 war hart umkämpft und hat am Vertrauen der Wähler gegenüber der Politik gekratzt. So schoss Rechts mit Kanonen auf Spatzen; währendem die Linke mit Worten auf Blocher schoss.

In den letzten zwei Jahren kehrte langsam wieder Ruhe in der Schweizer Politik ein. Zwar ist das Vertrauen immer noch angekratzt; aber zumindest blieben uns niveaulose Aktionen mehr oder weniger erspart.

Seit spätestens Sonntag geht es aber wieder richtig zur Sache. Währenddem die Initianten der Minarett-Initiative mit einem Shooter-Game auf Minarette schiessen lassen, bringt die JUSO ein Plakat einer Bundesrätin Leuthard mit blutverschmierten Händen.

Man kann argumentieren, dass in der Schweiz Meinungsfreiheit herrscht und keine Gesetzte verletzt wurden. Das mag sein, und war auch schon bei der Schäfchen-Kampagne so.

Nur: Es gibt auch noch Anstand und Fairness. Diese Tugenden scheinen wohl in der heutigen Politwelt nicht mehr angebracht. Spiele wie das Minarett-Game und auch das neue JUSO-Plakat stellen den einen Tiefpunkt der Geschmacklosigkeit in der Politwerbung dar.

Bleibt nur eine Hoffnung: dass die politische Mitte von den gegenseitigen Hasskampagnen der Linken und Rechten profitieren können – mit einer anständigen Sachpolitik!

2 Kommentare

  1. Pingback: Daniel Wyss

  2. Das geht heute aber auch noch in der Presse weiter.
    http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Juso-heftig-unter-Beschuss-28768622

    So lese ich:

    Erbost über das «geschmacklose und unsachliche» Plakat von «Arbeiterführer Wermuth» fordert JCVP-Präsident Simon Oberbeck, dass sich Juso-Präsident Cédric Wermuth «in aller Form bei Doris Leuthart entschuldigt».

    Und auch die FDP hilft:

    Auch FDP-­Nationalrat Christian Wasserfallen hat Wermuth wutentbrannt ein E-Mail geschrieben. Zu 20 Minuten sagte er: «Wermuth ist für mich politisch gestorben. Er ist total übers Ziel hinausgeschossen.» Die SP habe langsam ein Problem mit ihrem ­Vize-Präsidenten.

    Richtig so!